Wir wollen nun die Zehn Gebote/Aßaráh Mitzwót eingehender untersuchen, um zu analysieren, wie wir vermehrten Segen von Elohím bekommen können, indem wir sie halten. Jeden Tag, jeden Schabbát, jedes Jahr stehen wir vor der Möglichkeit, zu versuchen, den Gereden Weg der Mitzwót/Gebote zu wandeln oder unter die von Elohím in Seiner Toráh verheißenen Flüche/Qlalót zu fallen… oder eine dritte Option (die häufigste): ein Wandeln in einer Mischung beider vorherigen.
Jeder von uns hat ein anderes Niveau geistlichen Wachstums: manche von uns sind geistliche Babys, andere sind geistliche Kinder und einige wenige sind geistlich erwachsen im Geist/Rúach. Jedoch hat jeder von uns eine wichtige Entscheidung zu treffen: beschließen wir, die Gebote/Mitzwót Elohíms zu halten, so gut wir können oder es nicht zu tun, um nicht „gesetzlich“ zu sein (wie selbst in gewissen messianische Kreisen bis heute gelehrt wird). Wir werden hier nicht für oder gegen das Halten der Gebote argumentieren. Wir woolen hier nur erwähnen, dass wir Leser dieser Parascháh alle Juden nach dem Glauben und/oder nach dem Blut sind oder sein sollten, denn die einzige andere Kategorie vor Elohím sind die Góim/Heiden/Götzenanbeter. Und als Juden haben wir die Toráh (Anweisungen) Elohíms zu halten. Dies sollte eigentlich für alle und jeden messianischen Juden weltweit klar und beschlossen sein. Jetzt wo dies geklärt ist (wenigstens für unsere Stammleserschaft), wenden wir uns den Zehn Geboten/Aßaráh Mitzwót zu:
Das 1. Gebot/Mitzwáh spricht, wie wir wissen, vom Verbot des Götzendienstes und von der Existenz eines einzigen Elohím: ADONÁI. Wir gehen davon aus, dass wir schon lange aufgehört haben, andere Gottheiten anzubeten und zu verehren, und dass wir dem Elohím Israels und dem Messias Israels, dem jüdischen Rebbe Ieschúa nachfolgen.
Doch es gibt andere Arten des Götzendienstes. Man kann das Geld verehren, den Beruf, die Arbeit, Ziele, Ambitionen oder Menschen (den Ehepartner oder die Kinder, etc), und dem viel mehr Zeit widmen als Elohím. Auch das wäre Götzendienst. Dies müssen wir als solchen erkennen und beten, um es loszulassen, und unser Leben (oder wenigstens den Großteil davon) dem Wahren Elohím zu widmen und nicht einem Seiner Segnungen/Brachót.
Würden wir uns wirklich bemühen, dieses 1. Gebot zu halten -das Ieschúa wie folgt erwähnt: „du sollst ADONÁI, deinen Elohím lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit allem deinem vielen/Meod“-, würde unser Leben sich innerhalb von Tagen verändern, denn unsere Prioritäten würden sich verändern und unsere Aktivitäten würden sich verändern. Wir wären darauf aus, Ihn jeden Tag mehr zu lieben und Ihm jeden Tag mehr zu folgen. Unsere weltlichen Aktivitäten würden aus unserem täglichen Leben beinahe ganz verschwinden und einer kontinuierlichen und entschlossenen Suche nach Ihm Platz machen. Dann würden wir erkennen, wie nahe Elohím uns in Wirklichkeit ist, vor wie vielen Gefahren, die uns bedrohen, Er uns jeden Tag bewahrt, wie viel Er uns segnet, ohne dass wir es bemerken und wie groß Seine Barmherzigkeit uns gegenüber ist, auch wenn wir dies nicht wahrnehmen.
Allein dieses 1. Gebot bringt uns nicht nur Elohím näher, sondern sorgt gleichzeitig dafür, dass sich Ieschúa in unserem Innern bemerkbar macht, indem Er uns durch den Heiligen Geist/Rúach haQódesch (der ab dem Moment, da wir Ihn als Messias und Elohím annehmen) in unserem menschlichen Geist wohnt, leitet, berät oder warnt. –das 2. Gebot/Mitzwáh, uns keine Bilder von Ihm noch sonst jemandem oder etwas zu produzieren, noch uns vor einem zu beugen, ist die praktische Konsequenz des 1. Gebotes/Mitzwáh.
Das 3. Gebot/Mitzwáh, den Namen ADONÁIs nicht leichtsinnig auszusprechen, nicht missbrauchen, ist in jeder denkbar möglichen Art und Weise ignoriert worden.
Das 4. Gebot/Mitzwáh: der Schabbát, ist der einzige Tag, den Elohím zum Gedenken an Seine Schöpfung gegeben hat und um in Seiner Gegenwart zu sein. Der Betrug des Sonn-tags ist genau das: ein Betrug ha satáns/des Feindes, damit wir Mihr/Mithra verehren und nicht den jüdischen Rabbiner Ieschúa. Und Millionen Menschen tun es weiterhin… entgegen dem 4. Gebot Elohíms. Was den Schabbát angeht, glauben wir im messianisch renovierten Judentum, dass wir uns in einem Lernprozess befinden. Als geistliche Bewegung sind wir mit ca. 30 Jahren noch jung, was unsere Existenz angeht, und haben noch viel zu lernen und zurück zu lassen - sowohl vom Christentum, aus dem wir ausgetreten sind, wie vom rabbinischen Judentum, in das wir nicht blind hineinlaufen sollten.
Wir sollten IN und MIT Ieschúa an unserer Seite stehen, und von beiden Bewegungen nur das mitnehmen und behalten, was Wahrheit Elohíms ist und wegwerfen und zurücklassen, was „Menschengesetz“ ist. Der Schabbát sollte ein Tag der Suche danach sein, den Willen Elohíms und nicht unseren zu tun - wie ganz klar in Ieschaiáhu/Jes.58,13-14 zu lesen ist. Gibt es nach dem Lesen dieser zwei Verse etwas daran zu diskutieren? Wir glauben, dass im Schabbát noch unergründete Reichtümer liegen, die in dieser Übergangszeit des messianischen Judentums aus Ungehorsam und Unentschlossenheit noch keiner erforscht hat.
Das 5. Gebot/Mitzwáh, „Vater und Mutter ehren“ (nach dem Erneuerten Bund das einzige „Gebot mit Verheißung“), ist ein Spiegelbild des 1. Gebotes: „Ich bin ADONÁI, dein Elohím. Du sollst keine anderen Götter haben…“. Unsere Eltern repräsentieren die Autorität Elohíms in unserem Leben. Sei es dass unsere Eltern noch leben oder nicht, wir haben sie zu ehren (im Leben) oder ihre Erinnerung zu achten (in unseren Herzen). Dies kann bedeuten, dass wir ihnen jegliche Beleidigung oder Sünde uns gegenüber vergeben und Elohím für jedes negative Empfinden gegen sie in unseren Herzen um Vergebung bitten. Wir glauben fest daran, dass viel Fluch/Qlaláh in unserem Leben daraus entstanden ist, dass wir dieses 5. Gebot nicht gehalten haben.
Das 6. Gebot/Mitzwáh, „du sollst nicht morden!“, ist meinst falsch übersetzt worden als „du sollst nicht töten!“ Es besteht ein großer Unterschied zwischen „töten“ (z.B. auf Befehl der Regierung, wenn man Soldat ist) und „morden“ (aus eigenem Entschluss und aus Hass). Und hier geht es nicht nur um das wortwörtliche Morden. Lügen über jemanden zu verbreiten, Ruf-Mord ist gewissermaßen ein Mord an seiner Seele, und einen Zauber auf jemanden zu legen ist Mord an seinem Geist. „There's more than one way to peel a cat", mit anderen Worten, es gibt mehr als eine Art, etwas zu tun.
Das 7. Gebot/Mitzwáh, „du sollst nicht ehebrechen!“, benötigt keine größe Erklärung. Wenn wir Ehebruch – oder Schlimmeres – begehen wollen oder begangen haben, müssen wir Elohím vergessen und verlassen haben. Es ist unmöglich, in sexueller Sünde zu leben und gleichzeitig mit Elohím zu wandeln. Was geschehen kann ist, dass wir eine kleinere Sünde begehen – nicht Ehebruch, woran von „klein“ nichts ist – und Elohím um Vergebung bitten und in unserem Herzen versprechen, es nicht wieder zu tun. Die Familie intakt zu halten schließt viele Tugenden mit ein, unter anderem, dass wir gezwungen sind, bei vielen unangenehmen Dingen unseres Eheparters nachzugeben (und dieser ebenfalls), und viel Unangenehmes unseres Ehepartners anzunehmen, und das ist gut so. Die Alternative (Ehebruch oder Scheidung) ist nur eine eingebildete, ilusorische „Lösung“ des Problems. Unser nächster Ehepartner kann dreimal schlimmer werden als der letzte. Uns diesem Pflicht-Gebot anzupassen bringt alle Art von Segen über uns und unsere Familie.
Das 8. Gebot/Mitzwáh, „du sollst nicht stehlen!“ ist verbreiteter als man sich vorstellen mag - oder wenigstens: nicht rechtzeitig zu zahlen oder wann wir versprochen haben. Wir bilden uns ein, Elohím sähe uns nicht, wenn wir unseren messianischen Bruder mit dieser oder jener Ausrede beklauen. Zu viel zu kassieren (selbst wenn die andere Person es nicht bemerkt) ist in den Augen Elohíms „stehlen“, und wir sollten sehr achtsam sein wenn wir etwas kaufen, dass wir nicht zu viel Wechselgeld heraus bekommen. Und wenn dies der Fall sein sollte, sollten wir das Überschüssige sofort zurückgeben.
Ehrlichkeit ist sprichwörtlich unter Juden und der Lohn von Elohím ist genauso sprichwörtlich. Es gibt nicht sehr viele arme Juden. Und jene, die arm sind, sind wahrscheinlich keine Torah-praktizierenden Juden, sondern Atheisten.
Die beiden letzten Gebote/Mitzwót (das 9. und das 10. Gebot/Mitzwáh): „du sollst kein falsches Zeugnis geben gegen deinen Freund (oder Nächsten)!“ und „du sollst nicht begehren die Frau… deines Freundes!“ sind Verhaltens-Regeln, die uns ermöglichen, auf dem geraden Weg/Tzedaqáh zu wandeln. Elohím sieht dies und belohnt es „über Tausend Generationen hinweg“, sagt die Toráh. Unsere Kinder, Enkel und Urenkel werden alle Art von Wohlstand genießen, weil wir begonnen haben, die Toráh zu halten und uns täglich darum bemüht haben, dies zu tun.
Welche Art von Leben wollen Sie, mit Segen/Bracháh oder mit Fluch/Qlaláh?

