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Viernes, 08 Septiembre 2017 10:26

PARASCHAH KI TAVÓ / WENN DU KOMMT

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DAS MESSIANISCH RENOVIERTE JUDENTUM IN GANZ LATEINAMERIKA, DEN U.S.A. UND EUROPA VERBREITEN

PARASCHAH 50
KI TAVÓ / WENN DU KOMMT

18. des sechsten Monats (Elul) des Jahres 5778
9. September 2017

Torahlesung: Dvarím / Angelegenheiten / „5.Mose" 26,1-29,8
Haftaráh: Ieshaiáhu /„Jes.“ 60,1-22

Julio Dam
Messianisch Renovierter Rebbe
(aus dem Spanischen übersetzt von MK)

Copyright © 2017 von Julio Dam. Wir laden unsere Leser ein, unsere Website im Internet zu besuchen: www.beitshalom.org. Dort können Sie viele kostenlose Artikel und Paraschót und Bücher in spanisch, englisch und deutsch finden. Alle Urheberrechte vorbehalten. Reproduktion, Verkauf oder Vertrieb im Internet ohne schriftliche Erlaubnis des Autors verboten. Wenn Sie die Lehre dieser Parascháh ins Internet stellen, ausdrucken oder mündlich wiedergeben, müssen Sie den Namen des Autors und die Identifikationsdaten erhalten und erwähnen. Die Missachtung dieser Rechte des Autors wird von Elohím geahndet.

KOMMENTAR DER PARASCHÁH
REICHEN SEGEN/BRACHÁH ERHALTEN VON ELOHÍM?

Diese Parascháh beinhaltet eine wichtige Lektion für uns. Sie lehrt uns, wie wir perfekten Segen/Bracháh schlemáh von Elohím bekommen können, und wie wir  KEINEN Segen, sondern Seinen Fluch auf uns bringen (oder zumindest keinen vollständigen, perfekten Segen). Es gibt wahrhaftig eine Art und Weise, vollständigen, perfekten Segen/Bracháh schlemáh von Elohím zu erhalten, so dass der Segen ein ums andere Mal zu uns zurückkehrt, immer wieder, fast unser ganzes Leben lang. Es gibt aber auch eine Art und Weise, ihn falsch zu bekommen. Und so besteht die Möglichkeit, dass wir aufhören, ihn zu bekommen, weil wir ihn nicht vervollständigt, sondern unterwegs verdorben haben. Und dann besteht noch die Möglichkeit, uns Fluch von Elohím einzuhandeln.

Es gibt einen perfekten, vollständigen Prozess, den ein Segen/Bracháh durchlaufen muss. Und es gibt viele defekte, nicht perfekte Prozesse, die wir vermeiden sollten. Fangen wir jedoch noch einmal von vorne an: Was ist eine Bracháh? Das Wort hat verschiedene Schattierungen (Untertöne). Nach dem, wie es im hebräischen Original geschrieben wird, sehen wir folgendes: Bét (ב) bedeutet „Dualität“, „zwei“ - wie das Universum aus gut und böse besteht, aus dunkel und hell, männlich und weiblich, positiv und negativ, die beiden Gesetzestafeln/Luchót und natürlich Segen/Bracháh und Fluch.  Bét (ב) ist der erste Buchstabe in der Toráh: „Be‘Reschít…“ Das Wort „Bracháh“ kommt von „Knie“/“Bérech“ und von niederknieen (sich demütigen) vor ADONÁI. Dies ist der erste Schlüssel des Prozesses: wir, Seine Geschöpfe, Seine Schöpfung, sollen niederknieen und uns vor unserem Schöpfer demütigen. Damit beginnt der Prozess des perfekten Segens/Bracháh schlemáh. Sehen wir uns nun die sieben Schritte zur Bracháh schlemáh an.

 

 

7 SCHRITTE ZUR BRACHÁH SCHLEMÁH

  1. In Demut niederknien, um von Elohím die Segnungen/Brachót zu erhalten, die Er uns geben möchte.
  2. Herausfinden, was Er uns als Segen/Bracháh geben möchte, und dies erbitten (durch das Geschenk/Matanáh der Prophetie/Nevuáh oder indem wir die Toráh befragen).
  3. In Liebe und in einer freundschaftlichen Beziehung danken für das, was Elohím uns geben möchte.
  4. Den Segen/Bracháh, wenn wir ihn bekommen, in allen seinen Aspekten ANNEHMEN.
  5. Das Negative des Segens/Bracháh erobern.
  6. Den Segen/Bracháh in allen Aspekten handhaben.
  7. Elohím die „Erstlingsfrüchte“/Bikurím von jedem Segen/Bracháh geben.

1. In Demut niederknien, um von Elohím die Segnungen/Brachót zu erhalten, die Er uns geben möchte.

Die Demut vor ADONÁI ist eine der ersten Tugenden, die wir entwickeln sollten. Dies ist eine sowohl mentale wie geistliche Haltung, die im Niederknieen ihren physischen Ausdruck finden sollte. Dies zeigt der geistlichen Welt, dass wir uns in der korrekten mentalen und geistlichen Haltung vor unserem Elohím befinden. Große Männer Elohíms wie der König David, der König Schlomóh und der Prophet Daniel knieten zum Beten und um mit Elohím zu reden vor Ihm nieder. Und so sollten auch wir es tun – knieend und mit dem Kopf auf dem Boden (oder auf dem Bett). Wir haben erlebt, wie Gläubige sich gestreubt, niederzuknieen und uns gar angeschrieen haben. Dies hat uns gezeigt, wie wichtig und wie schwer dies für sie (geistlich gesehen) ist.

Demut ist der Schlüssel, der uns die Tür zum Gehorsam öffnet, Und dieser Gehorsam ist die Tür zum Privatgemach Elohíms in Seinem Palast/Héichal. Ohne Demut gibt es keinen Zugang zum Privatgemach und ohne Zugang zum Privatgemach gibt es keine Intimität mit Elohím. Unsere Demut spiegelt sich darin wieder, wie wir andere behandeln. Es ist schwer, demütig vor Elohím und gleichzeitig stolz und überheblich unseren Mitmenschen gegenüber zu sein.

2. Herausfinden, was Elohím uns als Segen/Bracháh geben möchte, und dies erbitten (durch das Geschenk/Matanáh der Prophetie/Nevuáh oder indem wir die Toráh befragen).

Es gibt Gebetsweisen, die äußerst effizient sind. Es gibt jedoch auch extrem nutzlose und ineffiziente Gebetstechniken. Am effizientesten ist es, zu beten, was ADONÁI uns zu bitten aufgetragen hat, denn wenn Er es uns gesagt hat, dann weil Er es uns geben möchte. Am wenigsten effizient und sinnlosesten ist, zu beten, was uns in den Sinn kommt, ohne abzuwägen, ob Elohím uns dies überhaupt geben möchte oder nicht, oder ob es zu sein bestimmt ist oder nicht. Letzteres ist die Art von Gebet, von dem es in 2.Tim.3,7 heißt, „sie lernen immerdar, und können nimmer zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“.  Die Gebete dieser Menschen spiegeln dieses „können nimmer … gelangen“ wieder: sie sind voller Hével/‘Verwesungsgestank‘, voller mentaler und fleischlicher Bitten, und stimmen wenig oder gar nicht mit dem Willen Elohíms überein. Dies ist die Art von Gebet jener, die 30-40 Jahre lang dasselbe beten und nie eine Antwort erhalten, „weil ihr übel bittet, für eure Gelüste“, wie uns der Rébbe Ieschúa schon gewarnt hat, dass wir nicht beten sollen.

3. In Liebe und in einer freundschaftlichen Beziehung danken für das, was Elohím uns geben möchte.

Eines der Dinge, die Elohím am meisten schätzt, ist unser Dank, selbst der im voraus dargebrachte. Unsere Beziehung zu ADONÁI (durch Ieschúa in uns) sollte sich in allem wiederspiegeln, aber ganz besonders in der geistlichen Ahaváh-Liebe und in unserer Freundschaft zu Ihm. In dieser geistlichen „Luft/Rúach“ „ölt“ (schmiert) der Dank im voraus die Beziehung zu Elohím.

4. Den Segen/Bracháh, wenn wir ihn bekommen, in allen seinen Aspekten ANNEHMEN.

Eines der am wenigsten verstandenen Dinge in der Beziehung mit Elohím ist: zu verstehen, dass ALLES, was wir bekommen ein Segen/Bracháh von Ihm ist. Deshalb sollten wir lernen, alles zu akzeptieren, mit den drei Dimensionen unseres Seins: als erstes mit unserem Verstand, dann mit unserem Geist/Rúach und dann mit unserem Körper. Dies ist etwas, was nicht allgemein bekannt ist, und wird gerade deshalb wahrscheinlich auch nicht getan. Wir Menschen verstehen einfach nicht, dass selbst etwas Unangenehmes, wie eine Krankheit mitten in einer anstrengenden Arbeitsperiode, ein Segen/Bracháh von Elohím sein kann. Und wir verstehen auch nicht, dass wir alles, was Elohím uns schickt, ANNEHMEN sollen. Die Annahme ist oft gar nicht leicht. Ein Kind wünscht sich ein Fahrrad zum Geburtstag, und bekommt von seinen Eltern Wäsche geschenkt. Das ist nicht das, was er wollte, sondern was er brauchte.

Dasselbe tut Elohím: Er gibt uns Brachót/Segnungen, die wir zu unserem Wachstum benötigen, nicht mentales und physisches „Spielzeug“, das wir wollen, aber nicht brauchen. Vieles von dem, was uns passiert sind Brachót/Segnungen Elohíms, die wir nicht als solche erkennen und darum nicht annehmen wollen. Die Annahme ist fundamental für unser ununterbrochenes Wachstum, denn das Gegenteil von Annahme ist Ablehnung. Und wenn wir einen Segen/Bracháh ablehnen, absorbieren wir nicht, was Elohím uns durch diesen sagen wollte und bleiben stecken (zumindest in dem Bereich). Elohím ist ein endloser Lehrer/Moréh, wie es auch endlos viele Lektionen für uns zu erlernen gibt.  Alles, was uns zustößt, selbst das Unangenehme und Schlimme, beinhaltet eine Lektion, die wir zu lernen haben. Um zu lernen müssen wir jedoch erst einmal annehmen, was uns trifft. Sich beklagen, weinen, protestieren, usw. sind die Reaktionen schlechter Schüler… und schlechte Schüler… MÜSSEN DAS JAHR WIEDERHOLEN!

5. Das Negative des Segens/Bracháh erobern.

Dies ist, was ADONÁI zu Moschéh/Mose sagte: „und nimmst es ein“. Ein Segen/Bracháh kann (und fast immer ist das auch der Fall) auch negative Aspekte beinhalten, die wir erobern und besiegen müssen, um den Segen/Bracháh in eben das zu verwandeln: einen Segen. Wenn wir diese negativen Aspekte nicht erobern, dann wird der Segen/Bracháh zum Fluch. Wenn Elohím uns z.B. ein Geldgeschenk zukommen lässt, von Schulden, die wir jahrelang nicht kassieren konnten, dann sollten wir verstehen, dass dies ein Segen/Bracháh ist, der auch negative Aspekte hat. Geld kann zu einer Gewohnheit werden, zu Geldgier führen, oder uns dazu verleiten, es unangemessen zu verwenden, z.B. zum Sündigen - selbst wenn es sich dabei nur um ein Kilo Süßigkeiten handelt, die wir, bei unserem Übergewicht, wirklich NICHT brauchten. Geld hat auch negative Aspekte, die Gefahren beinhalten können - z.B. kann ein neues Auto zum Rasen verleiten und unser Leben und das anderer in Gefahr bringen.

6. Den Segen/Bracháh in allen Aspekten handhaben.

ADONÁI sagte zu Moschéh: „und lässt dich darin nieder“. Sich an einem Ort niederlassen heißt, dass man sich diesen Ort oder das, was der Segen/Bracháh beinhaltet, untertan macht: ihn zu unserem Nutzen und Unterhalt zu handhaben. Um etwas zu handhaben, müssen wir es erst einmal verstehen. Viele Segnungen/Brachót von Elohím werden zu Fluch, weil wir nicht damit umzugehen wussten. Dies ist besonders häufig bei jenen zu beobachten, die von ihrer Herkunft her nicht Juden sind. Wer eine jüdische Herkunft hat, kann normalerweise mit einer viel besseren Übersicht mit jedem wirtschaftlichen Gut umgehen, als jemand, der nur nach dem Glauben Jude ist. Dies ist schon im Erbe und in der Kultur enthalten. Die jüdische Kultur gründet sich darauf, Dinge mit „jíddische Kopp“ zu machen, was automatisch bedeutet, zu wissen, wann man ausgeben kann (bei Überschuss) und wann man sparen muss (bei Mangel). Die jüdische Kultur in einer Familie bringt ein fast instinktives Wissen (wegen der Wiederholung) mit sich vom Ablauf vieler Dinge in dieser Welt, die andere (Juden nach dem Glauben, die nicht in solch einem Umfeld aufgewachsen sind) nicht haben. Um ein Beispiel zu geben: Für einen Juden (nach der Herkunft) ist es ein Segen/Bracháh, mit dem er umzugehen wissen wird, wenn er ein Haus erbt. Von einem Juden nach dem Glauben kann man nicht unbedingt dasselbe sagen, da diesem meist der „jíddische Kopp“ fehlt, der ihm sagen würde, wie man die Verwaltung handhabt, damit das Haus immer nur wirtschaftlichen Segen/Bracháh bringt. All das, abgesehen davon, dass das jüdische Volk als solches den besonderen wirtschaftlichen Segen/Bracháh Elohíms hat, abgesehen von den geistlichen Segnungen/Brachót.

7. Den Segen/Bracháh mit Elohím teilen, DAS bedeutet: Elohím die „Erstlingsfrüchte“/Bikurím geben.

Viele von uns (wenn nicht alle) genießen einfach nur die Segnungen/Brachót, die Elohím uns zukommen lässt, ohne überhaupt daran zu denken, dass eine der befriedigendsten und nützlichsten Dinge, die wir mit den empfangenen Segnungen/Brachót anfangen können ist, sie mit Dem zu TEILEN, Der sie uns geschickt hat: Elohím. Auf diese Art und Weise danken wir nicht nur dem Geber, sondern verwirklichen, was das „Bét“ (ב) (die Dualität der Welt) darstellt: die Teilung, in der Wieder-Vereinigung mit Elohím, dem „Álef“ (א), dem Einzigen. Das Duale wird so zum Einzigen, die Zwei verbindet sich mit dem Einen. Die „Erstlingsfrüchte“/Bikurím sind die Essenz der Ernte, die Elohím uns in Dvarím/‘5.Mose‘ 26,2 zu bringen aufgetragen hat, um den Namen ADONÁIs zu heiligen/qidúsch ha‘Schém. Was ist die Essenz des Segens/Bracháh von Elohím, den wir in diesem Moment genießen? Dies sollten wir untersuchen und Ihm die „Erstlingsfrüchte“/Bikurím geben. Dies ist die einzige Art und Weise, wie ein von Elohím gegebener Segen/Bracháh zu Ihm zurückkehrt und vollständig, perfekt/schalém wird. So schließt sich der Kreis: von Elohím zu uns und von uns durch die „Erstlingsfrüchte“/Bikurím zurück zu Elohím, um einen neuen Segens- Zyklus zu beginnen. Elohím hat das Universum geschaffen, um sich mit uns und in unserer Gesellschaft zu freuen. Wenn wir Ihm die „Erstlingsfrüchte“/Bikurím geben, erneuern wir den Zyklus und ermöglichen, dass Er uns weiterhin mit mehr und mehr Segnungen/Brachót segnet, damit diese zum Geber zurückkehren. Durch die „Erstlingsfrüchte“/Bikurím vereinigen wir uns mit Ihm in einem immer wiederkehrenden Zyklus von Segen/Bracháh, Annahme, Unterordnung, Besitz, „Erstlingsfrüchte“/Bikurím und neuerlichem Segen/Bracháh.

 

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Julio Dam

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