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Viernes, 25 Agosto 2017 09:08

PARASCHAH SCHOFTIM / RICHTER

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DAS MESSIANISCH RENOVIERTE JUDENTUM IN GANZ LATEINAMERIKA, DEN U.S.A. UND EUROPA VERBREITEN

PARASCHAH 48
SCHOFTIM / RICHTER

4. des sechsten Monats (Elul) des Jahres 5778
26. August 2017

Torahlesung: Dvarím / Reden / „5.Mose" 16,18 – 21,17
Haftaráh: Ieschaiáhu / „Jes.“ 51,12 – 52,12

Julio Dam
Messianisch Renovierter Rebbe
(aus dem Spanischen übersetzt von MK)

Copyright © 2017 von Julio Dam. Wir laden unsere Leser ein, unsere Website im Internet zu besuchen: www.beitshalom.org. Dort können Sie viele kostenlose Artikel und Paraschót und Bücher in spanisch, englisch und deutsch finden. Alle Urheberrechte vorbehalten. Reproduktion, Verkauf oder Vertrieb im Internet ohne schriftliche Erlaubnis des Autors verboten. Wenn Sie die Lehre dieser Parascháh ins Internet stellen, ausdrucken oder mündlich wiedergeben, müssen Sie den Namen des Autors und die Identifikationsdaten erhalten und erwähnen. Die Missachtung dieser Rechte des Autors wird von Elohím geahndet.

KOMMENTAR DER PARASCHÁH
TAMÍM / RECHTSCHAFFEN SEIN

Dieser Torahabschnitt/Paraschah handelt davon, wie Israel – aus der Perspektive Elohims betrachtet – richtig regiert werden sollte und im Land korrekt Recht gesprochen werden sollte. Der Schlüsselbegriff in dieser Paraschah ist „tamím/ rechtschaffen“. Das Wort „tamím“ kann unterschiedlich übersetzt werden und uns so dem näher bringen, was Elohim darunter versteht: ehrlich, mit moralischen Prinzipien, rein, perfekt, vollkommen (dem nichts fehlt), mutig, ohne zu zögern“. Dies ist jedoch eine unvollständige und oberflächliche Definition. Wir sollten tiefer graben und durch Offenbarung/Hitgalút zum höchstmöglichen Niveau gelangen.

Die Paraschah gibt sich nicht damit zufrieden, zu lehren, wie ein Land verwaltet werden sollte, sondern auch und besonders, wie wir uns selber und unsere Familie verwalten sollten. Dies ist auch auf unsere Synagoge übertragbar.

 

 

Sowohl Nóach, als auch Avrám werden „tamím“ genannt. So veränderte Elohim den Namen von Avrám (אברם) später in AvraHám (אברהם). Er fügte dem Namen Avrám/ אברם ein „Hei“ (ה) hinzu, womit Er sagen wollte, dass Avrahám/ אברהם nun etwas von Elohim hatte: er war nun tamím/untadelig, mutig. Diese letzte Bezeichnung, „mutig“, trifft auf beide zu, sowohl auf Nóach, als auch auf Avraham. Beide taten, was sie tun sollten, unabhängig von dem, was andere taten. Sie sagten, was sie sagen mussten, unabhängig von den Reaktionen anderer und dem, was andere hören wollten oder zu hören erwarteten. Sie dachten, was sie denken sollten, das, was Elohim von ihnen wollte, unabhängig von der Meinung anderer. Das erfordert Mut! Es ist nicht leicht, zu denken, zu reden oder zu tun, was Elohim will, dass wir denken, reden oder tun, wenn sich deshalb alle gegen uns stellen. Wir stellen gern alle anderen zufrieden, nicht aber Elohim. Wir wollen lieber vor anderen „gut dastehen“. Darum denken, reden oder tun wir Dinge, die Elohim nicht gefallen, oder die Er hasst, die aber bei unseren Mitmenschen gut ankommen. Und wir tun es, weil es bequemer ist, Menschen zufrieden zu stellen, und dass diese mit uns und unseren Ideen einig sind.

Dies ist doppelt wahr und doppelt stark im religiösen Bereich. Wenn wir etwas schreiben, was den Leuten gefällt, gratuliert man uns. Wenn wir jedoch etwas schreiben, was gegen die allgemeine Strömung geht, selbst wenn es eine wörtliche Wiedergabe eines Abschnitts aus der Torah ist, werden wir zurechtgewiesen, und es passt ihnen nicht, weil es dem entgegensteht, was sie glauben und praktizieren. Wir sind alle Menschen, doch wir müssen entscheiden, ob wir uns nach Elohim oder nach den Leuten und der „Mode“ richten wollen.

Der zusätzliche Buchstabe „Hei“ (ה) im Namen AvraHam/אברהם bedeutet, eine Beziehung mit Elohim zu haben, einen TEIL Elohims in uns und vielleicht sogar in unseren Namen integriert zu haben. Danach sollten wir trachten und nicht nach menschlichem Glück oder, in diesem Fall, nach menschlichen Beziehungen. Es stimmt, dass wir uns so nicht viele Freunde machen. Wir werden jedoch EINEN Freund haben, und zwar den einzigen, auf den es ankommt: Elohim. Er sieht, was wir denken, reden und tun und beurteilt uns nach unserer Unwissenheit oder unserer Erkenntnis über ein Thema. Wenn wir etwas nicht wissen, vergibt Er uns. Ab dem Moment jedoch, da wir etwas wissen UND NICHT GEHORCHEN oder Ihn einfach ignorieren, weil das bequemer ist oder weil andere damit einverstanden sind, kann Er uns nicht mehr vergeben und wir sind vor Ihm in Sünde. Der Gläubige, der „Jesus“ sagt, weil er nicht weiß, dass es vor 2 Jahrtausenden in Israel niemanden dieses Namens gegeben hat, trägt keine Schuld, weil es ihm in 1900 Jahren Christentum niemand gesagt hat. Jetzt aber, da es das Messianische Judentum gibt und der wahre Name des jüdischen Rabbiners Ieschúa erklärt wird, gibt es keine Ausreden mehr, weiterhin „Jesus“ zu sagen, und auch keine Vergebung. Wir könnten Dutzende solcher Beispiele bringen. Einige werden gut angenommen werden (und von unseren Lesern praktiziert werden), andere nicht, weil unsere Leser etwas anderes glauben. Wichtig dabei ist, zurückzukommen zum Anfang unserer Paraschah: tamím/rechtschaffen zu sein/werden. Was sagt die Torah? Steht das, was wir denken, sagen oder tun in der Torah, oder haben wir es aus der Tradition übernommen? Sind wir tamím/rechtschaffen/untadelig, wenn wir denken, reden oder tun, was NICHT in der Torah steht oder ihr sogar entgegensteht? DIES ist die Frage, die wir uns stellen sollten, statt zu diskutieren und diesen oder jenen Autor oder Vers zu zitieren.

Das Wort „tamím“ kommt von „tam“, was mit „simpel“ und „einfältig“ übersetzt werden kann. Ein Kind ist „tam“, es macht sich die Dinge nicht komplizierter. Es akzeptiert einfach, was Sie ihm erklären, ohne zu diskutieren, ohne Argumente und mit Emunáh schlemáh/absolutem Glauben, den wir alle bitter nötig hätten. Wegen dieser Emunáh schlemáh der Kinder, lobte Ieschúa sie. Erklären Sie einmal einem Kind, dass ADONAI sich in Fleisch kleidete und als Ieschúa bekannt war. Es hat überhaupt keine Probleme, das so zu akzeptieren und versteht es wesentlich besser, als ein Erwachsener, der „schon weiß“, dass dies unmöglich ist oder einer, der schon glaubt, dass Ieschúa der Messias war, aber nicht, dass Er ein Teil Elohims ist — wie es bei einem Großteil des Messianischen Judentums schon der Fall ist.

Wir müssen wie Avrahám werden UND wie ein Kind. Wie Avrahám nehmen wir Ieschúa in uns auf - wie Avrám ADONAI aufnahm, und Dieser das „H“ (ה) als Zeichen dafür, dass Er es getan hatte, in seinen Namen einfügte - und werden, wenn wir es zulassen, jeden Tag ein wenig mehr werden wie Er. Wenn wir wie ein Kind sind, werden wir der Wahrheit Elohims gegenüber offener sein und nicht jede von Elohim offenbarte Wahrheit auseinander nehmen, sondern sie einfach erst einmal akzeptieren, wie Kinder es tun. Dies bedeutet andererseits NICHT, dass wir alles, was man uns lehrt, einfach nur glauben sollen. Dafür haben wir den Rúach ha‘Qódesch/Heiligen Geist, der, wie der Erneuerte Bund/N.T. sagt, „uns in alle Wahrheit führen wird“. Wir sollten den Rúach fragen, was leider fast keiner tut. Wir glauben oder lehnen ab, fragen den Rúach aber nicht, ob es wahr ist oder nicht, was wir gelehrt werden.

  1. Um tamím zu sein müssen wir uns unserer „menschlichen“ Integrität entledigen, unserer Auffassung, dass wir rechtschaffen, ehrlich, usw. sind. Dies ist zu nichts nütze in den Augen Elohims und ist die erste Bedingung. Wo alte Möbel stehen, stellt man keine neuen hin. Erst müssen die alten raus, damit Platz ist für die neuen.
  2. Wir müssen in seiner ganzen Größe und Tiefe VERSTEHEN, was Tamím-Sein in den Augen Elohims WIRKLICH bedeutet.
  3. Wir müssen beginnen, darum zu BETEN, um es zu werden.
  4. Wir müssen EINÜBEN, tamím zu sein, selbst wenn es uns schwer fällt.

WAS IST „TAMÍM SEIN“ IN DEN AUGEN ELOHIMS?

Wie gesagt, das 2. was wir tun müssen, um Tamím zu werden, ist, zu verstehen, was das wirklich bedeutet. Vor allem arbeitet Elohim mit absoluter Ordnung/Seder. Er tat, und tut weiterhin, alles in Seder. Tamím zu sein bedeutet also, dass unser Leben von allen Seiten aus gesehen geordnet sein muss. Jede Unordnung, sei sie mental, verbal oder materiell, muss umbetet und aus unserem Leben entfernt werden, weil sie NICHT zu den Dingen Elohims passt. In diesem alles einschließenden Seder-/Ordnungs-Rahmen ist Elohim vor allem Ahaváh/aufopfernde Liebe. Diese besteht darin, beständig jedem das zu geben, was er im gegebenen Moment braucht: für den beten, der Gebet braucht; den befreien, der Befreiung braucht; dem Geld geben, der Geld braucht; dem einen Rat von Elohim geben, der einen Rat von Ihm (nicht von uns) braucht; dem Barmherzigkeit entgegenbringen, der Mitgefühl braucht; dem vergeben, der unsere Vergebung braucht; den lehren, der Lehre braucht (wenn er sie annimmt, darum bittet); den annehmen, der es nötig hat, angenommen zu werden, usw. Dies sollen wir DURCH und FÜR Elohim tun, nicht um der Anerkennung willen, noch um der eigenen Ehre willen, noch um bei anderen gut anzukommen, sondern weil es vor Elohim für uns als Seine Kinder unsere Pflicht ist. Um all dies zu tun, müssen wir Ihn erst um Geduld, Toleranz, Annahme und Ahaváh anderen gegenüber bitten. Ohne diese Gefühle, die von Ihm kommen, wird es uns unmöglich sein, all dies zu tun oder überhaupt zu wollen.

Albert Einstein sagte etwas, was auch wir vertreten: „Der Mensch ist ein Teil vom Ganzen… Er empfindet sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als etwas, das von seinem Gewissen unabhängig ist. Diese Illusion ist eine Art Gefängnis für ihn, die ihn in seinen persönlichen Wünschen und Zuneigungen auf einige wenige Personen in seiner Nähe beschränkt. Unsere Aufgabe ist es, uns von diesem Gefängnis zu befreien, indem wir unseren Zuneigungskreis erweitern, um alle Menschen und die gesamte Natur in all ihrer Schönheit zu erreichen. Niemand ist fähig, dies zu schaffen, der Versuch in sich selbst ist aber schon Teil der Befreiung und das Fundament der inneren Gewissheit“.

Tamím zu sein bedeutet auch, was Albert Einstein gesagt hat: dass wir unseren Egoismus zur Seite schieben müssen, und sei es auch nur teilweise oder nur manchmal, und um uns schauen und anderen geben, was sie benötigen, wie wir oben schon erwähnten. Wir müssen aus unserem mentalen Gefängnis heraus kommen und anderen helfen, in dem Wissen, dass Elohim uns sieht. Es gibt NICHTS, was wir denken, sagen oder tun, das Er nicht sieht und beurteilt. Wollen wir gut abschneiden bei dem, was wir denken und wie wir uns benehmen? Beachten wir dies!

All dies sollen wir zuerst Elohim gegenüber tun, danach „dem Juden zuerst“, was unsere Geschwister der messianischen Synagoge natürlich mit einschließt, und dann unseren nicht-jüdischen Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen. - Das Wort „Liebe“ ist so abgewertet und „hollywoodisiert“ worden, dass wir es fast nicht gebrauchen können, weil das, was bei diesem Ausdruck mitschwingt, in keinster Weise den Definitionen entspricht, die wir oben gegeben haben.

TAMÍM SEIN UND DIE „GROSSE KATASTROPHE“, DIE SCHON NAHE IST

Ich habe gelesen, dass viele Kinder in den USA Angst davor haben, wegen einem Atomkrieg nicht lange genug zu leben, um alt zu werden. Wir messianischen und messianisch renovierten Juden (letztere wissen es schon) sollten einerseits wissen, dass die Dinge noch viel schlimmer kommen werden, ob wir das akzeptieren oder nicht. Andererseits sollten wir jedoch verstehen und akzeptieren, dass wir in den Händen Elohíms sind und von Ihm geführt werden, im Gegensatz zu den meisten Ängstlichen. Wir brauchen keine Angst zu haben, sondern haben Hoffnung/Tiqwáh, weil die Wiederkunft Ieschúas nahe ist, auch wenn davor die „Große Katastrophe“ kommt. Wir brauchen diese jedoch nicht zu fürchten, weil Er mit uns ist, an unserer rechten Seite. Wir sollten lernen, zu vertrauen, dass die Geschichte gut enden wird für uns: wir sind die Kaláh/Braut Ieschúas. Wir sollten verstehen, dass Ieschúa Seine Braut bewahren wird. (Wenn Er das nicht täte, wen würde Er dann heiraten?) Wir brauchen keine Religion. Eine Religion nimmt uns nicht die Angst. Wir sollten endlich beginnen, eine Beziehung aufzubauen. Diese wird uns beruhigen und den absoluten Glauben/Emunáh schlemáh geben. Dieser wird uns durch die „Große Katastrophe“, die schon überall nahe ist, führen und uns den Endsieg geben.

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Julio Dam

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