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Viernes, 02 Diciembre 2016 15:00

PARASCHAH TOLDÓT/GESCHLECHTSREGISTER

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DAS MESSIANISCH RENOVIERTE JUDENTUM IN GANZ LATEINAMERIKA, DEN U.S.A. UND EUROPA VERBREITEN

PARASCHAH 6
TOLDÓT/GESCHLECHTSREGISTER

3. DES NEUNTEN MONATS (KISLEV) DES JAHRES 5777
3. DEZEMBER 2016

Torahlesung: BeReschít/Am Anfang/„1.Mose” 25,19-28,9
Haftaráh: Malachíah 1,1-2,7

Von Julio Dam
Messianisch Renovierter Rebbe
(aus dem Spanischen übersetzt von MK)

Copyright © 2016 von Julio Dam. Wir laden unsere Leser ein, unsere Website im Internet zu besuchen: www.beitshalom.org. Dort können Sie viele kostenlose Artikel und Paraschót und Bücher in spanisch, englisch und deutsch finden. Alle Urheberrechte vorbehalten. Reproduktion, Verkauf oder Vertrieb im Internet ohne schriftliche Erlaubnis des Autors verboten. Wenn Sie die Lehre dieser Parascháh ins Internet stellen, ausdrucken oder mündlich wiedergeben, müssen Sie den Namen des Autors und die Identifikationsdaten erhalten und erwähnen. Die Missachtung dieser Rechte des Autors wird von Elohím geahndet.

BeReschít/Am Anfang/„1.Mose” 25,30-33: “Und Esáv sprach zu Jaaqóv: ‚Gib mir doch zu essen von der roten Suppe, denn ich bin matt‘, - daher nannte man ihn Edom (von adóm = rot). – Da sprach Jaaqóv: ‚Verkaufe mir heute dein Erstgeburtsrecht!‘ Und Esáv sprach: ‚Siehe, ich werde ja doch sterben. Was nützt mir da die Erstgeburt‘.“ So war Esáv damit einverstanden, seine Erstgeburt zu verkaufen. Und Jaaqóv gab ihm Brot und Linsensuppe. Und Esáv aß und trank und ging seiner Wege und verachtete so die Erstgeburt.”

KOMMENTAR DER PARASCHÁH
"GEISTLICHE KURZSICHTIGKEIT: EINE MODERNE KRANKHEIT"

In dieser Parascháh stellt sich uns eine unter uns Menschen sehr häufige Frage: wollen wir die Welt mit Weisheit/Chachmáh anschauen, oder mit den Augen des Fleisches. Das Erste bringt sowohl uns, wie unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln eine Sicht der Welt und unseres Lebens, die langfristig weitsichtiger ist und eine Reihe von Segnungen Elohims mit sich bringt. Das Zweite bringt uns geistliche Kurzsichtigkeit, ein oberflächliches und leeres, absolut fleischliches Leben, das auf lange Sicht (von der Ewigkeit her gesehen) zum Versagen verurteilt ist.

Diese beiden Positionen hat es immer gegeben, wo sich Menschen im Laufe der Geschichte gegenübergestanden sind. Einer siegte, während der andere begraben und vergessen wurde, sowohl geschichtlich, wie von seinen eigenen Familienangehörigen. Es ist nicht die Rede von den Avót/Patriarchen „Abrahám, Itzcháq/Isaak und Esáv“, sondern von „Abrahám, Itzcháq und Jaaqóv“, gerade weil Jaaqóv der Falle des Fleisches - „des Sofortigen und Fleischlichen“ –aus dem Weg zu gehen wusste und es gegen das Ewige und Geistliche eintauschte. Jaaqóv-Esáv sind, aus der Perspektive Elohims betrachtet, Archetypen von zwei Nationen: Israel, die geistliche Nation schlechthin  und Rom, die kriegerische und erobernde Nation par excellence. Israel ist dazu bestimmt, alle anderen zwanzig bis dreißig anderen Zivilisationen, die es im Laufe der gesamten Geschichte (laut dem jüdischen Historiker Max Diamant) gegeben hat, zu überleben. Rom hingegen ist dazu bestimmt, von Elohim zerstört zu werden. Bei dieser Gelegenheit wollen wir uns jedoch auf einen anderen Aspekt ihrer Gegensätzlichkeit konzentrieren: die entsprechenden Haltungen dem gegenüber, was Elohim ihnen vorsetzte.

Den fleischliche Menschen, dessen Prototyp Esáv ist, interessiert das „jetzt“ und „sofort“. Er „verliert keine Zeit“ mit Philosophien, noch mit „schwierigen“ Spekulationen wie: „wo komme ich hin, wenn ich sterbe?“ oder „wozu bin ich auf dieser Welt?“ Für Menschen wie Esáv sind dies keine Themen, über die es sich nachzudenken lohnt. Sein Barometer sind sein Magen und seine anderen Körperorgane, die Forderungen an ihn stellen: „Gib mir JETZT von dieser roten Suppe!“ und ähnliches. Die Esávs der westlichen Zivilisation (in der wir heute leben) arbeiten dreißig Jahre lang an einer Stelle und meinen, sie würden etwas verändern mit dem, was sie tun, nur um nach den dreißig Jahren harter Arbeit zu entdecken, dass sie abkömmlich sind. Sie werden entlassen und haben nichts mehr. Machen wir uns nichts vor, Esáv war kein Atheist. Es gab keine Atheisten bis vor drei bis vier Jahrhunderten, nirgends in der Geschichte. Und Esáv war keine Ausnahme. Er glaubte an den Elohim, an den sein Vater Itzcháq glaubte. Die Tatsache war, dass es für ihn „viel wichtigere  Dinge“ gab, nämlich alles Unmittelbare, alles Materielle. Gerade deshalb katalogisieren wir Esáv als Prototypen des XX. und XXI. Jahrhunderts: der Materialist par excellence. „Gib mir JETZT diese rote Suppe!“ ist die Forderung der materialistischen Welt, die uns umgibt - nicht morgen, nicht nächste Woche, sondern JETZT!

Jaaqóv hingegen war geistlich gesehen nicht so kurzsichtig. Er kannte und sehnte sich wie jeder andere Mensch nach Materiellem. Er verlor jedoch das Geistliche auch nicht aus den Augen, und verstand, dass das Geistliche Priorität hat über das Materielle, und dass dies die Reihenfolge war, nach der er sein Leben ausrichten wollte. Wenn er zu wählen hatte zwischen seinem Körper und seinem Geist, dann wählte er das Leben des Geistes. Und dies machte ihn zum Av/Vater des Jüdischen Volkes.

Wie in Matitiahu/Matth.13,44 steht: „Auch gleicht das Mimschélet haSchamáim (Herrschaftsgebiet ADONAIs) einem verborgenen Schatz im Acker, den ein Mann fand und wieder versteckte; und überfroh hinging und alles was er hatte verkaufte und jenen Acker kaufte“. Jaaqóv war ein Mann, der die geistlichen Dinge zu erwerben wusste, die Elohim uns in den Weg stellt. Esáv dagegen war genau das Gegenteil: er verkaufte das einzig Wertvolle, was er in seinem Leben besaß, und darüber hinaus tauschte er es auch noch gegen ein „leckeres“ Linsengericht!

Hier haben wir zwei Beispiele von zwei Lebensstilen und zwei unterschiedliche Entscheidungen. Jaaqóv repräsentiert den Lebesstil des Menschen, der Elohim sucht und die Geschenke schätzt, die Er uns gibt — und die wir NICHT, um keinen Preis, verkaufen sollten, weil sie unbezahlbar sind. Elohim schenkt uns jeden Tag Gesundheit, aber wir achten sie nicht bis wir sie verlieren. Und dann trauern wir den Tagen nach, in denen wir noch gesund waren. Elohim schenkt uns einen Körper, der mühelos atmet, der zwei Füße hat und zwei Hände, einen Mund und zwei Augen, die gut sehen. Aber wir wissen all dies nicht zu schätzen bis wir den reibungslosen Gebrauch von einigen dieser Organe zeitweise verlieren. Erst DANN fangen wir an, die himmlischen Schätze, die wir hatten, zu achten! Wie wertvoll ist ein Bein für Sie? Ein Auge? Eine Hand? Mühelos atmen zu können? Eine gute Ernährung und eine gute Verdauung? Wir bemerken ihren Wert erst, wenn wir “sie verkauft haben” wie Esáv. Die Zeit vergeht und erst dann bemerken wir die Geschenke, die Elohim uns das ganze Leben hindurch gegeben hatte und die wir nie zu schätzen gewusst haben.

Wie Esáv wollen wir immer mehr und mehr „haben“: ein neues Auto, ein besseres und größeres Haus, ein Schmuckstück oder elektronisches Gerät, das wir im Schaufenster gesehen haben, ein schönes neues buntes Kleidungsstück, usw. Wir wünschen uns materielle Dinge, immer mehr und mehr, JETZT, SOFORT, wie Esáv. Und wir sind bereit, den Schatz, von dem Matitiahu/Matthäus spricht, zu entäußern, um diese „Schätze“ des XXI. Jahrhunderts (in dem wir leben) zu erwerben – besonders, wenn es Markenartikel sind.

Wir sollten lernen, das loszuwerden, zu „verkaufen“, was unser Herz vergiftet: verletzende Worte, Verachtung, Versagen in unserem Leben, Beziehungsstörungen, Hunger nach Macht, Geld und Ehre, Kontrollgeist und dergleichen. Und das Gegenteil sollten wir erwerben, „kaufen“: Schalom Schalom/den kompletten Frieden Elohims, Oscher/Freude, zu lernen, auf Seine Stimme zu hören und Ihn zu verstehen, Seine Freundschaft, die ewig ist, jeden Tag in Gemeinschaft mit Ihm zu verbringen und Zeit dafür zu haben. Diese Zeit gewinnen wir mit unseren Gebeten und unseren geistlichen Ambitionen (nicht mit den fleischlichen).

Wir sollten zum geistlichen Augenarzt gehen und ihn bitten, uns von unserer geistlichen Kurzsichtigkeit zu heilen, unter der wir genau wie Esáv leiden. Wir müssen geheilt werden davon, dass wir nur die fleischlichen und materiellen Dinge sehen, und nicht die geistlichen. Dies ist wahre Chachmáh und nicht menschliche Weisheit (die nur so weit reicht, wie unser kurzes Leben).

Wir sollten lernen, die ganze materielle Bagage unserer Kultur, unserer familiären und sozialen Erziehungen abzulegen und loszuwerden, die das Materielle über dem Geistlichen betont. Und oft betont sie es nicht nur, sondern macht sich auch noch lustig über alles, was geistlich ist, als existiere es nicht, als sei es nur ein Hirngespinst, eine Illusion - obwohl es genau umgekehrt ist. Das Materielle ist nur ein Spiegelbild in einem Spiegelraum, das die Realität verzerrt widergibt.

Wir sollten den Schabát nutzen, unsere Werte-Skala und Maßstäbe zu ordnen, um mit der Hilfe Elohims im Gebet geistliche Werte zu erlangen. Was erfreut Sie? Schreiben Sie fünf Dinge auf, die Ihnen Freude bereiten, und Sie werden (wenn Sie ehrlich mit sich selbst sind) feststellen, dass vier von fünf materielle Dinge sind. - Zeigen Sie niemandem die Liste und seien Sie ehrlich zu sich selbst. Was beruhigt Sie? Schreiben Sie es auf und analysieren Sie Ihre Werte. Und dann TAUSCHEN Sie Ihre Werte nach und nach gegen geistliche Werte EIN — den einzigen, die Bestand haben. Aber bleiben Sie da nicht stehen, mit der Liste in der Hand. Fangen Sie an, Ihr Leben nach diesen neuen Werten zu leben. Planen Sie Aktivitäten, die mit Ihren geistlichen Werten übereinstimmen, nicht mit den früheren materiellen. Im Gegensatz zu Esáv, „verkaufen“ Sie Ihre materiellen Werte und „erwerben“ Sie geistliche. Tauschen Sie das „Jetzt“ für die „Ewigkeit“. Verkaufen Sie die „rote Linsensuppe“ Ihrer materiellen Ambitionen für unvergängliche „geistliche Erstgeburt“.

Das ist ein wahrer Weiser/Chachám, nicht einer, der nur den Anschein von Weisheit gibt.

Lernen Sie, all das zu „kaufen“, was Elohim Ihnen durch die täglichen Erfahrungen, die Unterhaltungen und die alltäglichen Situationen schickt und „verkaufen“ Sie es nicht, geben Sie das nicht weg. Verwandeln Sie es in geistliche Nahrung für Ihr Wachstum. Und lernen Sie, all das zu entäußern, was nicht taugt und was die Menschheit aus geistlicher Kurzsichtigkeit unbedingt haben will. So werden Sie ein Jaaqóv sein, und nach und nach aufhören, ein Esáv zu sein.

Wir sollten lernen, ADONAI, die Quelle alles ewigen Lebens/Máim Jaím, zu suchen, wie es in Matitiahu/Matth. steht: „Suchet das Mimschélet haSchamáim/Herrschaftsgebiet oder Reich der Himmel (Herrschaftsgebiet ADONAIs) und alles andere wird euch dazugegeben“. Was mir bis jetzt nie aufgefallen war — und dies war der erste Vers, über den ich als geistliche Autorität vor vielen vielen Jahren gepredigt habe — ist, dass „suchen“ vor allem darauf hinweist, dass etwas nicht sichtbar ist. Es gibt nichts zu „suchen“, wenn wir es schon sehen. Und so ist es mit dem Mimschélet haSchamáim: wir müssen losgehen, es zu suchen. Wir müssen in unserem „inneren Menschen“, d.h.: in unserem Rúach/Geist graben, weil wir es nur dort finden können.

Wir Menschen verbringen jedoch unser Leben großteils damit, den verschiedensten Dingen nachzujagen. Wir suchen Segen und materielle Dinge, die unsere Habsucht befriedigen sollen, statt nach unserem Inneren Sein zu trachten. Elohím zu suchen bedeutet: „Mich kennen und Mich verstehen“, wie es in Irmiahu/Jeremia 9,23-24 heißt. Ihn zu suchen bedeutet: auf der Suche nach Seiner Chachmáh/Weisheit, Seiner Führung, Seiner Sicht der Dinge/Perspektivah Olamit zu graben, statt uns mit unserer eigenen Perspektive zu begnügen, die unnütz ist. Das Mimschélet haSchamáim zu suchen bedeutet: uns nicht zu begnügen mit Menschenmeinungen zu geistlichen Themen oder über das, was im Tanach (A.T.) geschrieben steht, sondern nach Seinen Erklärungen zu suchen, die (wenn wir sie wollen) viel reicher und tiefer sind, als wir uns vorstellen können.

Es nützt aber nichts, demütig und aufgeschlossen zu sein, wenn wir nicht die Chachmáh/Weisheit von Elohim erbitten, damit wir alles, was Er uns zeigen und beibringen will, verstehen, und damit wir es nicht als „unwichtig“ oder „Blödsinn“ ablehnen. Nur mit der geistlichen Chachmáh – nicht mit der menschlichen Weisheit – können wir die Demut und Aufgeschlossenheit bekommen, die Er für uns hat. Und mit ihr können wir endlich die immensen Geheimnisse verstehen, die Elohim für jene reserviert hat, die so handeln und ihren menschlichen Stolz und Eitelkeiten ablegen, um Ihm, der Quelle alles ewigen Lebens, zu folgen.

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Julio Dam

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